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Bericht01. September 2026

Crypto Valley Zug: Das Schweizer �kosystem f�r institutionelle Krypto-Finanzdienstleistungen

Sygnum, AMINA Bank, Bitcoin Suisse und Taurus: Wie der Kanton Zug zum Schweizer Gegenstück der deutschen MiCAR-Regulierung wurde.

Zug als institutionelles Gegenstück zu Frankfurt

Während Deutschland mit MiCAR, FinmadiG und der BaFin als zentraler Aufsichtsbehörde einen einheitlichen Rechtsrahmen für Kryptowerte-Dienstleister geschaffen hat, hat sich die Schweiz – parallel und unabhängig von der EU-Regulierung – über die vergangene Dekade zu einem eigenständigen Zentrum für regulierte institutionelle Krypto-Finanzdienstleistungen entwickelt. Im Mittelpunkt steht der Kanton Zug, seit den 2010er-Jahren als "Crypto Valley" bekannt.

Die Crypto Valley Association als Branchenstimme

Die Crypto Valley Association (CVA), im Januar 2017 als Non-Profit-Verein in Zug gegründet, versteht sich als das Schweizer Gegenstück zum Blockchain Bundesverband: ein neutraler Zusammenschluss von mittlerweile mehr als 800 Einzelmitgliedern und über 165 Unternehmen, der jährlich mit der Crypto Valley Conference die führende Schweizer Branchenveranstaltung ausrichtet. Zu den im CryptoDialog-Verzeichnis geführten CVA-Mitgliedern zählen mit Bitcoin Suisse, Sygnum Bank, AMINA Bank und Taurus vier der bekanntesten Namen der Schweizer Krypto-Finanzbranche.

Drei Banklizenzen, drei Wege zum gleichen Ziel

Sygnum Bank und AMINA Bank (vormals SEBA Bank) erhielten im August 2019 als erste beiden Institute weltweit eine FINMA-Bank- und Effektenhändlerlizenz speziell für digitale Vermögenswerte. Bitcoin Suisse, bereits 2013 gegründet, verfolgte demgegenüber zunächst den Weg eines regulierten Finanzintermediärs ohne eigene Banklizenz, bevor sich alle drei Häuser im Laufe der Zeit zu einem vergleichbaren Leistungsspektrum aus Handel, Verwahrung, Staking und Tokenisierung für institutionelle und vermögende private Kunden entwickelten. An der operativen Spitze stehen heute Mathias Imbach (Sygnum, Mitgründer & Group CEO), Franz Bergmüller (AMINA Bank, CEO seit 2022) und Andrej Majcen (Bitcoin Suisse, Mitgründer & seit 2025 Group CEO) – alle drei traten 2026 als Sprecher der Crypto Valley Conference auf.

Taurus: Infrastruktur statt Endkundengeschäft

Einen anderen Ansatz verfolgt Taurus SA aus Genf: Statt Endkunden direkt zu bedienen, liefert das 2018 gegründete und seit 2021 FINMA-lizenzierte Unternehmen die technische Verwahrungs-, Emissions- und Handelsinfrastruktur, auf die internationale Banken wie Deutsche Bank, State Street und Santander zurückgreifen. Mit einem nach eigenen Angaben über 60-prozentigen europäischen Marktanteil positioniert sich Taurus damit als "Infrastruktur hinter der Infrastruktur" – vergleichbar der Rolle, die Tangany oder Boerse Stuttgart Digital Custody im deutschen Markt einnehmen.

Zwei Aufsichtsmodelle, ein gemeinsamer Trend

Deutschland und die Schweiz verfolgen unterschiedliche Aufsichtsmodelle – hier die EU-weit harmonisierte MiCAR-Zulassung durch die BaFin, dort ein bereits seit 2019 etabliertes, FINMA-basiertes Banklizenzmodell. Beide Ansätze verfolgen jedoch denselben übergeordneten Trend: den Aufbau regulierter institutioneller Infrastruktur für digitale Vermögenswerte, statt eines unregulierten Krypto-Marktes. Für die deutsche Krypto-Branche ist die Schweiz dabei kein Konkurrent im luftleeren Raum, sondern ein enger, teils überschneidender Nachbarmarkt – sichtbar etwa daran, dass die Schweizer AMINA Bank im März 2026 als erste regulierte Bank auf der deutschen Handelsplattform 21X zugelassen wurde.

Erwähnte Personen & Organisationen

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