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CryptoDialog
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Bericht06. September 2026

Deutsche Bank und Commerzbank: Zwei Wege in die Krypto-Verwahrung

Die Commerzbank verwahrt bereits seit 2024 Kryptowerte für Firmenkund:innen, die Deutsche Bank bereitet ihren Start für 2026 vor. Ein Vergleich zweier deutscher Großbanken.

Zwei Universalbanken, zwei unterschiedliche Zeitpläne

Deutschlands beide größte Universalbanken nähern sich der Krypto-Verwahrung auf unterschiedliche Weise. Die Commerzbank ist bereits am Markt aktiv, die Deutsche Bank bereitet ihren Start noch vor. Der Vergleich zeigt, wie sich institutionelle Krypto-Dienstleistungen in etablierten deutschen Bankhäusern konkret entwickeln.

Commerzbank: die erste deutsche Universalbank mit Verwahrlizenz

Die Commerzbank erhielt im November 2023 als erste deutsche Universalbank eine Kryptoverwahrlizenz nach § 1 Abs. 1a KWG. Seit dem 19. September 2024 bietet sie ausgewählten Firmenkund:innen im deutschen Geschäftskundensegment die Verwahrung von Bitcoin und Ether an. Für die Handelsausführung kooperiert die Bank mit der Crypto Finance AG, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Börse: Die Commerzbank übernimmt die sichere Verwahrung, Crypto Finance die Handelsseite. Diese Arbeitsteilung — eine traditionelle Bank für Verwahrung, ein spezialisierter Anbieter für den Handel — ähnelt dem Modell, das Julius Bär in der Schweiz über ihre Partnerschaft mit der (heutigen) AMINA Bank verfolgt.

Deutsche Bank: Vorbereitung für 2026

Die Deutsche Bank plant für 2026 den Start einer regulierten Verwahrung von Kryptowerten und tokenisierten Vermögenswerten für institutionelle Kund:innen. Technologisch stützt sich das Vorhaben auf zwei Partner: Bitpanda Technology Solutions, die Infrastruktursparte der österreichischen Handelsplattform Bitpanda, liefert die Handelsinfrastruktur; das Schweizer Unternehmen Taurus, mit dem die Bank bereits seit 2022 zusammenarbeitet, steuert Tokenisierungs- und Verwahrtechnologie bei. Verantwortlich für die Digital-Assets-Strategie der Bank ist Sabih Behzad als Head of Digital Assets. Die Bank durchläuft aktuell den Lizenzierungsprozess bei der BaFin im Rahmen der EU-Verordnung MiCA.

Zu betonen ist: Die Informationen zum Deutsche-Bank-Vorhaben stammen aus Berichten mehrerer unabhängiger Finanzmedien, die sich auf eine Bloomberg-Meldung berufen — eine offizielle Pressemitteilung der Deutschen Bank mit denselben Details liegt nicht vor. Der Zeitplan und die genaue Ausgestaltung können sich daher noch ändern.

Ein gemeinsames Muster: Kooperation statt Eigenentwicklung

Beide Banken bauen ihre Krypto-Angebote nicht vollständig in Eigenregie auf, sondern über Partnerschaften mit bereits etablierten, spezialisierten Anbietern — Crypto Finance im Fall der Commerzbank, Bitpanda und Taurus im Fall der Deutschen Bank. Dieses Muster deckt sich mit dem, was sich auch in der Schweiz beobachten lässt (siehe den Artikel zu Julius Bär und PostFinance): Etablierte Bankhäuser erschließen sich Krypto-Dienstleistungen zunehmend über Kooperationen mit spezialisierten Infrastrukturanbietern, statt jede Fähigkeit selbst aufzubauen.

Fazit

Mit der Commerzbank und der Deutschen Bank haben nun beide deutschen Großbanken einen konkreten, öffentlich dokumentierten Weg in die institutionelle Krypto-Verwahrung eingeschlagen — die eine bereits im Markt aktiv, die andere in der Vorbereitung. Für institutionelle Kund:innen in Deutschland bedeutet das ein wachsendes Angebot an regulierter Krypto-Infrastruktur innerhalb des bestehenden Bankensystems, statt ausschließlich über spezialisierte Krypto-Unternehmen.

Erwähnte Personen & Organisationen

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