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Bericht31. August 2026

Digitale Verwahrung von Kryptowerten: Wie deutsche Anbieter zu MiCAR-Vorreitern wurden

Zwei deutsche Unternehmen zählten 2025 zu den Ersten mit einer MiCAR-Verwahrlizenz: die Börse-Stuttgart-Digital-Gruppe und das Münchner Fintech Tangany.

Verwahrung als regulatorischer Kern

Die Verwahrung von Kryptowerten gehört zu den sensibelsten Dienstleistungen im Kryptomarkt: Ein Verwahrer hält private Schlüssel oder anderweitig Zugriff auf Kundenvermögen und muss deshalb hohe Anforderungen an Sicherheit, Kapitalausstattung und operative Resilienz erfüllen. Unter MiCAR fällt die Kryptoverwahrung und -verwaltung im Auftrag von Kunden in die höchste Kapitalklasse der CASP-Zulassung.

Boerse Stuttgart Digital Custody: die erste MiCAR-Lizenz

Die Boerse Stuttgart Digital Custody GmbH, die Verwahr-Tochtergesellschaft der Börse-Stuttgart-Digital-Gruppe, zu der auch die Handelsplattform BSDEX gehört, erhielt im Januar 2025 als erstes Unternehmen in Deutschland eine EU-weite MiCAR-Lizenz für die Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Die Zulassung erlaubt es dem Unternehmen, institutionelle Kunden wie Banken, Vermögensverwalter und Family Offices EU-weit zu bedienen, ohne für jeden Mitgliedstaat eine gesonderte Erlaubnis einholen zu müssen.

Tangany: von der nationalen Erlaubnis zur EU-weiten Lizenz

Das Münchner Fintech Tangany bietet seit 2018 eine B2B-Infrastruktur für die Verwahrung, das Staking und den Transfer digitaler Vermögenswerte an und verfügte bereits seit 2021 über eine nationale BaFin-Erlaubnis für das Kryptoverwahrgeschäft nach dem Kreditwesengesetz. Im September 2025 erweiterte Tangany diese Basis um eine MiCAR-Lizenz, die eine EU-weite Passportierung der Verwahr-, Staking- und Transferdienstleistungen ermöglicht. Nach eigenen Angaben verwahrt Tangany Vermögenswerte im Wert von über drei Milliarden Euro für mehr als 700.000 Endkundinnen und -kunden, die über institutionelle Partner wie FlatexDEGIRO, eToro und Bitvavo angebunden sind.

Verwahrung als Infrastruktur für andere Anbieter

Verwahrdienstleister wie Tangany treten zunehmend als Infrastrukturpartner für andere regulierte Anbieter auf, statt selbst Endkundenbeziehungen aufzubauen. Ein Beispiel ist die im November 2025 bekanntgegebene Partnerschaft zwischen Tangany und dem Frankfurter Stablecoin-Emittenten AllUnity: Tangany stellt die Verwahr- und Wallet-Infrastruktur für den Euro-Stablecoin EURAU bereit, während AllUnity für Emission und regulatorische Compliance verantwortlich bleibt.

Erwähnte Personen & Organisationen

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