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Bericht05. September 2026

Julius Bär und PostFinance: Zwei Wege ins Schweizer Krypto-Geschäft

Eine Privatbank mit Partnermodell, eine Post-Bank mit Massengeschäft: wie zwei etablierte Schweizer Institute digitale Vermögenswerte unterschiedlich in ihr Angebot integrieren.

Zwei Wege ins Krypto-Geschäft: neu gründen oder Partner anzapfen

Schweizer Finanzinstitute sind auf zwei grundsätzlich unterschiedlichen Wegen in das Geschäft mit digitalen Vermögenswerten eingestiegen. Der erste Weg führte über spezialisierte Neugründungen mit eigener Banklizenz: AMINA Bank (vormals SEBA Bank) und Sygnum Bank erhielten 2019 als erste Institute in der Schweiz eine bankenaufsichtsrechtliche Lizenz speziell für Kryptowerte-Dienstleistungen. Der zweite Weg führt über etablierte Häuser, die auf die Infrastruktur solcher Spezialbanken zurückgreifen, statt selbst eine vollständige Kryptowerte-Infrastruktur aufzubauen.

Julius Bär: Tradition trifft Partnerschaft

Die 1890 in Zürich gegründete Privatbank Julius Bär zählt zu den größten europäischen Vermögensverwaltern. Statt einen eigenen Krypto-Handelsplatz zu betreiben, bietet Julius Bär ihren Kund:innen in der Schweiz digitale Vermögenswerte über die Plattform ihres Partners SEBA Bank – heute AMINA Bank – an. Diese Partnerschaft zeigt exemplarisch, wie eine traditionsreiche Privatbank Kryptowerte-Dienstleistungen anbieten kann, ohne die eigene regulatorische und technische Komplexität eines Vollangebots selbst zu tragen.

PostFinance: die Post steigt ins Massengeschäft ein

Einen anderen Kundenkreis adressiert PostFinance. Die 2008 gegründete, vollständig der Schweizerischen Post gehörende Bank mit Sitz in Bern führte im Februar 2024 den Handel mit Kryptowährungen im E-Banking ein – als erste systemrelevante Schweizer Bank überhaupt. Anders als Julius Bär richtet sich PostFinance nicht primär an vermögende Privatkund:innen, sondern an ein Massenpublikum im alltäglichen Retail-Banking. Das Angebot wurde seit dem Start von anfänglich 11 auf über 20 Kryptowährungen erweitert und umfasst inzwischen auch Sparpläne und Staking.

Warum diese Unterscheidung zählt

Die Gegenüberstellung von Julius Bär und PostFinance zeigt, dass "institutionelle Krypto-Adoption" in der Schweiz kein einheitliches Phänomen ist. Eine Privatbank mit vermögenden Kund:innen und eine Retail-orientierte Post-Bank verfolgen unterschiedliche Strategien, unterschiedliche Partnerschaftsmodelle und erreichen unterschiedliche Kundengruppen – beide stützen sich aber auf dieselbe regulatorische Infrastruktur, die von FINMA-lizenzierten Kryptowerte-Spezialisten wie AMINA Bank und Sygnum Bank bereitgestellt wird.

Fazit

Die Schweiz zeigt an diesen beiden Beispielen, dass etablierte Bankhäuser Kryptowerte-Dienstleistungen nicht zwangsläufig selbst aufbauen müssen. Spezialisierte, lizenzierte Anbieter wie AMINA Bank und Sygnum Bank fungieren zunehmend als regulatorische und technische Infrastruktur, auf die sowohl Privatbanken als auch Retail-Institute zurückgreifen können – ein Muster, das sich auch in anderen DACH-Ländern in ähnlicher Form beobachten lässt.

Erwähnte Personen & Organisationen

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