Zug als Stiftungsstandort: Ethereum, Cardano und Web3 Foundation im Vergleich
Vor den Krypto-Banken kamen die Protokoll-Stiftungen: Wie Ethereum Foundation, Cardano Foundation und Web3 Foundation den Kanton Zug zu ihrem rechtlichen Zuhause machten.
Zug vor den Banken: die Stiftungsgründungen von 2014
Bevor Sygnum, AMINA Bank oder Bitcoin Suisse den Kanton Zug als "Crypto Valley" bekannt machten, hatte sich dort bereits eine andere Art von Institution niedergelassen: die gemeinnützige Stiftung nach Schweizer Recht. Die Ethereum Foundation (rechtlich: Stiftung Ethereum) wurde 2014 in Zug gegründet – noch bevor das Ethereum-Netzwerk selbst live ging – und legte damit einen der ersten Grundsteine für die heutige Konzentration von Blockchain-Organisationen im Kanton.
Drei Protokoll-Stiftungen, ein gemeinsamer Standort
Der Schweizer Stiftungsstandort Zug beherbergt heute mehrere der einflussreichsten Organisationen hinter großen Blockchain-Netzwerken: Die Ethereum Foundation unterstützt Forschung, Entwicklung und Bildung rund um Ethereum; die Web3 Foundation, gegründet von Ethereum-Mitgründer Gavin Wood, fördert die Netzwerke Polkadot und Kusama; die Cardano Foundation widmet sich der Förderung von Cardano als öffentlicher digitaler Infrastruktur. Anders als die im CryptoDialog-Verzeichnis bereits geführten Schweizer Banken und Verwahrer verfolgen diese drei Organisationen keinen gewinnorientierten Geschäftszweck, sondern sind als gemeinnützige Stiftungen nach Schweizer Stiftungsrecht organisiert.
Warum Zug, warum eine Stiftung?
Die Wahl der Stiftungsform und des Standorts Zug ist kein Zufall: Das Schweizer Stiftungsrecht bietet Rechtssicherheit für Organisationen, die ein dezentrales Protokoll fördern sollen, ohne dass eine einzelne Gesellschaft als Eigentümerin des Netzwerks auftritt – ein Modell, das seit der Ethereum Foundation von zahlreichen weiteren Protokollen übernommen wurde. Sowohl die Cardano Foundation als auch die Web3 Foundation sind zudem Mitglieder der Crypto Valley Association, dem Branchenverband, der seit 2017 ebenfalls von Zug aus operiert und damit die organisatorische Klammer um Banken, Verwahrer und eben auch Protokoll-Stiftungen bildet.
Unterschiedliche Wege, ähnliche Größenordnung
Die drei Stiftungen unterscheiden sich deutlich in ihrer aktuellen Ausrichtung: Die Ethereum Foundation kürzte 2026 ihr Budget um rund 40 Prozent und positioniert sich bewusst schlanker als reines Endowment mit fokussierten Themenclustern. Die Cardano Foundation trieb 2026 unter anderem die Integration von ADA-Zahlungen im Schweizer Einzelhandel voran. Die Web3 Foundation wiederum vergibt fortlaufend Fördermittel an Ökosystem-Projekte rund um Polkadot. Gemeinsam ist allen drei Stiftungen, dass sie – anders als etwa die Frankfurt School of Finance & Management mit ihrer Crypto Assets Conference in Deutschland – nicht auf ein einzelnes jährliches Branchenereignis setzen, sondern die kontinuierliche Protokollentwicklung selbst als ihre Kernaufgabe verstehen.